Feedback von Schülern und Lehrern:
Lochham, 21.11.2007
Tanz in der Schule - Ein Projekt mit Andrea Marton
Klasse 4 a, Volksschule Lochham , 4 Doppelstunden. eines Jahresprojektes
Seit Oktober treffen die 27 Kinder der Klasse 4a der Volksschule Lochham und ihre Lehrerin Elisabeth Pflaum im zweiwöchigen Rhythmus mit der Tanzpädagogin Andrea Marton, (in Assistenz Judith Hummel) zusammen. In den ersten drei Tanzblöcken wurden sie durch Improvisationen im Raum mit den Elementen Raumwege, Boden- und Luftmuster und Körperformen vertraut gemacht.
In der vierten Doppelstunde legten sich die Kinder auf eine eigene Bewegungssequenz aus jenen Elementen fest. Im Anschluss brachten sie sich im Paar oder Trio ihre Sequenz gegenseitig bei. Durch persönliche Mitschriften und Skizzen suchte jeder Schüler, jede Schülerin nach einer ganz persönlichen Form dies zu notieren und damit erinnerbar zu machen.
Ziel ist es im Rahmen des Jahresprojektes (zweiwöchentlich) auf der Grundlage des Spätwerkes von Wassilly Kandinsky ein Stück zu erarbeiten und eigene bildnerische Kompositionen zu schaffen.
Nina, 9 Jahre
"Wir haben uns ein Tanzstück alleine ausgedacht und dann mussten wir in unser Stück Luftmuster, Bodenmuster, Raumwege und Figuren reinbringen. Wir konnten es so aufteilen: A-B-A-C
Bei A mussten wir zweimal dasselbe nehmen. Wenn man sich einen Tanz ausdenkt, nennt man das Choreografie. Also waren wir Choreografinnen und Choreografierer."
Leon, 9 Jahre
"Wir haben uns Tänze ausgedacht und aufgeschrieben. Wir sollten uns aus Raumwegen, Figuren, Boden- und Luftmustern einen Tanz ausdenken. Der Tanz musste in dieser Reihenfolge sein: A-B-A-C. Bei mir ist der Tanz so: Figur – Raumweg – Figur - Bodenmuster. Ich habe meinem Partner meinen Tanz beigebracht und er mir seinen. Später haben wir unsere Tänze kombiniert. Mein Partner ist Florian. Es macht sehr viel Spaß."
Alina, 9 Jahre
Wir haben uns selber eine Choreografie ausgedacht, z.B. mit Bodenmuster, Luftmuster, Figuren und Raumwegen. Also es gab A_B_A_C; diese Buchstaben stehen uns als Hilfe zur Verfügung. Z.B. A ist Raumwege, B sind Bodenmuster, A sind dann wieder Raumwege und C sind Figuren: als erstes habe ich unter A Raumwege geschrieben, dann welche Raumwege ich nehme, bei B habe ich ein Bodenmuster darunter geschrieben, bei A (Raumwege) nicht wieder das Gleiche sondern etwas anderes, und bei C einfach nur Figuren darunter geschrieben. Ich habe meiner Partnerin das Tanzstück so beigebracht einfach Stück für Stück, und wenn sie es vergessen hat, dann habe ich ihr es noch einmal gezeigt."
Beobachtungen der Lehrerin
Raumwege gehen, laufen, springen, schlittern, tanzen; vorwärts, seitwärts, rückwärts; gerade, eckige, runde, geschwungene, schlangenförmige Linien. Luftmuster und Bodenmuster „zeichnen“ mit Armen, Händen, Ellenbogen, Schultern, Kopf, Rumpf, Beinen, Füßen, Knien….
Die Kinder gehen mit Eifer und Ernsthaftigkeit an die Aufgabe heran, ihre eigene kleine Choreografie zu gestalten das neue, interessante Wort begleitet sie intensiv weiter). Erstaunlich ist für mich, wie frei und ungezwungen sie sich bewegen und ihre Figuren erfinden. Sie fühlen sich nicht beobachtet, jeder ist mit sich beschäftigt. Ich habe das Gefühl, sie haben keine Hemmungen, sich körperlich auszudrücken.
Dann „schreiben“ sie ihre Tanzstücke auf. „Erfinde für dich eine eigene Tanzschrift, die du lesen kannst!“ Ich höre kein: „Das kann ich nicht, ich weiß nicht, wie das geht!“ Wieder arbeiten die Kinder mit Konzentration an ihren Aufzeichnungen. Jedem gelingt es, die Ideen so aufs Papier zu bringen, dass er es wieder lesen kann. 24 Kinder – und 24 verschiedene Schreibweisen. Mir gefällt sehr, wie selbstsicher die Kinder diese Aufgabe bewältigen, in der Gewissheit: Es gibt kein falsch oder richtig, es gibt nur den ganz persönlichen Ausdruck.
Bei der folgenden Einstudierung ihrer Tänze mit den Partnern werden die „Partituren“ von den Kindern als hilfreiche Unterstützung ihrer Gedächtnisse verwendet.
Wenn Sie mehr über Tanzerlebnisse aus dem „Lochhamer“ Tagebuch erfahren wollen, klicken Sie hier.
